Wenn Liverpool an die Hoteltür klopft

Fußball-Profimannschaften als Gäste: Ein gutes Geschäft? Und welchen ­Aufwand bedeutet das? Die beiden Direktoren des Brandlhofs, Thomas Heit und Thomas Bauer, im ÖGZ-Interview

Um NBA-Spieler zu beherbergen, müssen Hotels in den USA zumindest einige Zimmer vorweisen können, deren Betten eine Länge von 95 Zoll (ca. 2,40 Meter) haben. Auch die Duschköpfe sollten höher montiert sein – was angesichts der durchschnittlichen Körpergröße eines US-Profi-Basketballers jenseits der Zwei-Meter-Marke nicht weiter verwundert.

Liverpool, Newcastle & Co

Thomas Heit und Thomas Bauer hatten zwar noch keine NBA-Profis zu Gast, dafür begrüßen die beiden Hoteldirektoren des Brandlhofs regelmäßig Profi-Fußballmannschaften. Da gibt es zwar auch ein paar größer Gewachsene, aber in die Verlegenheit, längere Betten zu organisieren zu müssen, sind die beiden noch nicht gekommen.

Liverpool, Newcastle, Feyenoord Rotterdam, Olympiakos Piräus, aber auch Nationalmannschaften zählten neben anderen bereits zu den Sommergästen des Vier-Sterne-Superior-Hotels in Saalfelden – und das seit mittlerweile vier Jahren.

Thomas Bauer (Bild links): „Das muss auch wirtschaftlich rentabel sein.“ 
Thomas Heit: „Wir sind Profis – von der Vorbereitung bis hin zur Umsetzung.“ © Brandlhof
Thomas Bauer (Bild links): „Das muss auch wirtschaftlich rentabel sein.“ 
Thomas Heit: „Wir sind Profis – von der Vorbereitung bis hin zur Umsetzung.“ © Brandlhof

Business-Case?

Aber ist mit Profimannschaften auch ein Geschäft zu machen? Oder sind diese in erster Linie gut fürs Image? „Beides ist richtig“, sagt Thomas Bauer. „Wir sind ein Unternehmen, wir müssen wirtschaftlich denken und planen. Und wir haben eine Verantwortung gegenüber den Mitarbeitern. Deshalb muss das auch wirtschaftlich rentabel sein.“ Für die Mitarbeiter sei diese Gästegruppe recht fordernd und bedeute auch eine hohe Belastung. „Die Uhrzeiten und die Abläufe fordern die gesamte Belegschaft, vom Wäscheservice bis hin zum Housekeeping“, sagt der Hoteldirektor. Bei den größeren Mannschaften gibt es aber jedenfalls einen guten Marketing-Effekt, denn es reisen oftmals auch Fans der Mannschaften an und buchen Zimmer. 

Über all dem dürfe man aber nicht auf die „normalen“ Gäste vergessen, fügt Thomas Heit hinzu. Und das scheint auch die große Kunst zu sein: gleichzeitig so unterschiedliche Gästebedürfnisse auf hohem Niveau zu erfüllen, egal wie aufwendig das ist. 

Für die Mitarbeiter gibt es neben der erhöhten Belastung aber auch Benefits. So werden diese nicht selten von den Fußballmannschaften eingeladen, bei Testspielen dabei zu sein. So wurden beispielsweise 30 Mitarbeiter von Liverpool eingeladen, zum Testspiel gegen Red Bull Salzburg zu fahren – in einem dafür zur Verfügung gestellten Bus.

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